Biodiesel. Der erneuerbare, umweltfreundliche Kraftstoff
Aus was besteht Bio-Diesel? Eigentlich müssten die Zapfsäulen, an denen Biodiesel zu tanken ist, die Aufschrift „Rapsöl-Methylester“ (kurz RME oder RÖME) tragen. Die Bezeichnung Biodiesel entspricht den Umweltvorteilen dieses modernen Kraftstoffes.
Hergestellt wird Biodiesel indem durch ein chemisches Verfahren, der „Umesterung“, die Struktur von reinem Pflanzenöl (Rapsöl) verändert wird. Bei diesem Prozess wird der dreiwertige Alkohol Glyzerin, an dessen Bindungsstellen drei Fettsäuren sitzen, durch drei Methylalkohole ersetzt. Unter Hinzugabe eines Katalysators wird dem Rapsöl ca. 10% Methanol beigemischt, wobei freies Glyzerin entsteht. Nach Abschluss verschiedener Reinigungsschritte entstehen am Ende Biodiesel und Glyzerin. Biodiesel kann in fast jedem Dieselmotor eingesetzt werden. Wie jeder andere Kraftstoff muss auch Biodiesel eine Mindestqualität erfüllen, die zwischen Biodiesel- und Fahrzeugherstellern abgestimmt wurde (Norm E DIN 51606). Auf Basis dieser Norm haben Fahrzeughersteller ihre Modelle bzw. Motoren für den Biodiesel-Betrieb freigegeben.
Die Umweltfreundlichkeit von Biodiesel:
Wegen des weitgehend geschlossenen Stoffkreislaufes trägt Biodiesel - im Gegensatz zu den Erdöl-Kraftstoffen - kaum zum viel diskutierten Treibhauseffekt bei, da das auch bei der Verbrennung von Biodiesel entstehende Treibhausgas C02 vorher von den Pflanzen zum Aufbau ihrer „Masse“ aus der Luft bezogen wurde.
Im Motor eingesetzt, überzeugt Biodiesel durch sehr günstige Abgaswerte. Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe sind im PKW-Messzyklus etwa gleich wie bei Dieselkraftstoff, im NFZ-Zyklus meist deutlich geringer. Der Rußanteil vermindert sich infolge des Sauerstoffgehaltes von RME praktisch auf die Hälfte und weniger. Auch die Partikelemissionen reduzieren sich im Vergleich zu konventionellem Diesel erheblich.
Aufgrund der äußerst wertvollen Schwefelfreiheit von Biodiesel kann die Wirkung von Oxidationskatalysatoren hervorragend und dauerhaft genutzt werden. Vor allem bei Nutzfahrzeugen ergeben sich hervorragende und konkurrenzlos günstige Abgaswerte, die den Einsatz besonders empfehlen. Die CO- und HC-Emissionen verschwinden fast völlig. Die Partikel werden etwa auf ein Viertel reduziert. Auch die Stickoxide sind eher etwas niedriger. Sie könnten durch eine Anpassung des Einspritzbeginns (Spätstellung) noch weiter reduziert werden.
Was muss man beim Tanken mit Bio-Diesel beachten?
Hinweise für die Praxis:
Da sich Biodiesel wie ein leichtes Lösungsmittel verhält, sind beim Tanken mit Biodiesel in nicht freigegebenen und bisher ausschließlich mit Diesel betriebenen Fahrzeugen einige wenige „Spielregeln“ zu beachten:
- Der Kraftstofffilter: Der Filter sollte u.U. nach den ersten ein bis zwei Tankfüllungen mit Biodiesel ausgetauscht werden, wenn zuvor lange Zeit konventioneller Diesel getankt worden ist. Dies ist ratsam, weil Biodiesel alte Ablagerungen des mineralischen Diesels im Tank und in den Leitungen löst und das zu einer Verstopfung des Filters führen kann. Bei regelmäßiger wechselseitiger Betankung entfällt diese Maßnahme.
- Die Gummiteile: Insbesondere Kraftstoffschläuche und Dichtungen sind bei einigen Fabrikaten aus Kunststoffen hergestellt, die auf Dauer gegenüber Biodiesel nicht ausreichend beständig sind. Dies betrifft nicht die Fahrzeuge, die vom Hersteller ab Werk für Biodiesel freigegeben sind. Einige Hersteller der nicht freigegebenen Fahrzeuge bieten Umrüstsätze an, mit denen man dann problemlos Biodiesel tanken kann.
- Der Lack: Wegen seines Lösungsmittelverhaltens sollte Biodiesel mit Lackteilen möglichst nicht in Kontakt kommen. Werden betroffene Lackstellen sofort abgewischt, können selbst empfindliche Lacke keinen Schaden nehmen.
- Das Motoröl: In Einzelfällen kann es zu einer Verdünnung des Motoröls kommen, wenn der Motor über einen längeren Zeitraum ausschließlich mit schwacher Belastung gefahren wird. In diesem Fall sollte der Ölwechsel vorgezogen werden.
Ansonsten können die vom Hersteller empfohlenen Ölwechselintervalle eingehalten werden.
Übrigens: Biodiesel und herkömmlicher Diesel können wechselseitig getankt werden. Ein Mischbetrieb ist technisch problemlos möglich.









